De Outlänger

Eine lustige Geschichte in Mundart über den Ärger mit einem schwärmenden Bienenvolk.

Textauszug

‘t war an ‘nem Sunndagmuorgen im Mäi. Für sinem House stund de Boure Wigges. Häi hadde bäide Aarme up d’m Toune liggen un raukede out siner kourten Pipe ‘ne Sorte, de häi jümmer qualmede, wann häi am Immenstande te dauhn hadde. ‘t wor wuoll richtiger Tabak, äwwer nit üöwwer ‘t Water ekummen. Wigges hadde dat Krout selber in sinem Huowwe tuoggen, un wann ‘t auk nit vill bietter smachte osse de Blädere von d’n Kiesperbeimen, de im Krieje härhllen moßten, sau wor Wigges doch nit wennig stolz oup sin Fabrikat. En paar Skridde widder stund sin Knaicht Philipp un gaf sinem Hären im Rauken nix noh. De baiden woren in gudder Stimmunge, dat konnte me glik sehen.
Up d’r anderen Siede von d’r Strothe, de an Wigges House härging, wor en deeper Waterkump. Out enner gudden und starken Quelle nit wqiet dovon flaut dat helle Water dür ‘nen hölternen Stock in d’n Kump. Up d’m Rande vom Kumpe sat de Nower Iggel un let dat Water dür sine Hand fleten. De Sunne stund räide hou am Himmel, un ‘t wor häit.
„Hiet räide ‘ne Imme swirmet?“ fruoget Nower Iggel un slenkerde mit d’n Bäinen.
„‘t is wuoll na en bitzken freuh; äwwer wann dat Wiedder sau bliwet . . . . en Schwarm im Mai is wärt en Feuder Heu.“
De Boure Wiggesw kratzede sick hinger d’n Auren und qualmede nach härter.
„Bist du anderer Mäinunge?“ fruogte Iggel.
„Nä, dat nit, ick denke gerade sau, äwwer düttmol . . .
„Na, düttmol? Watt witt’e domidde sägen? Isset watt besonderes?”
Jö! Do haww ick sau ‘ne Imme, ‘t is en Outlänger en Italjäner, de skint me nit sau ganz richtig.“
„Watt, en Outlänger, en Italjäner? Wo bist’e do dranne kummen?“
„Ick haww ’n upü d’r Outstellunge gewunnen; äwwer de Biester passet gar net bie de anderen. ‘t is en unruggig Volk, diem me am besten dree Skridde vom Liwe bliwet. Watt will dat erst giwwen, wann de swiermet! Häi ligger räide dichte für; ick gleiwe, häi geiht balle af.“
„Water!“ siegte de Nower: „Water!“
„Water?“ fruogte Wigges, „bu mainst edat?“
“Water un jümmer Water bim Swiermen, mit d’r Spritze, mit d’r Getekanne un d’m Kuokeliepel, natmaken dat hilpert.”
„Dat is je nu gerade kenn ganz nigge Middel; äwwet äwwer bi düsser unruggigen Gesellschaft anslett?“
„Up jeden Fall; me moddet äwwer richtig anfangen.“
Iggel stund up; Wigges un sin Knaicht nahmen de Pipen out d’m Moule un de Aarme von Toune. Vom Kirktoren rep de Klocke; ‘t wor dat Täiken taum Beginne d’r Kierke.
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Aus: Landauf, landab – Geschichte und Geschichten aus dem Waldecker Land, von Christian Fleischhauer